Der BMW E90 und seine Karosserievarianten E91 (Touring), E92 (Coupé) und E93 (Cabrio) wurden von 2005 bis 2013 gebaut. Im Zentrum der Wegfahrsperre steht das Car Access System (CAS) in den Ausführungen CAS2, CAS3 und CAS3+. Es ist kryptografisch über die Individual Serial Number (ISN) an das Motorsteuergerät – DME beim Benziner, DDE beim Diesel – gebunden. Wir reparieren, paaren und programmieren alle E90-Immo-Systeme mit ISTA und AVDI. Fundierte Diagnose statt Steuergeräte tauschen auf Verdacht.
Mit dem E90 hat BMW die Wegfahrsperre vollständig in das Car Access System überführt. Das CAS sitzt im Innenraum und ist die zentrale Schaltstelle für Zündung, Zugang und Diebstahlschutz. Beim Startvorgang authentifiziert das CAS den Schlüssel-Transponder und gibt – nur bei erfolgreicher Prüfung – das Motorsteuergerät frei. Anders als bei den älteren EWS-Systemen genügt es beim E90 nicht, dass der Schlüssel erkannt wird: CAS und Motor-SG müssen sich über die ISN gegenseitig bestätigen.
Genau diese gegenseitige Bindung ist der Grund, warum Eingriffe am E90 ein systematisches Vorgehen verlangen. Ein getauschtes Motorsteuergerät, ein defektes CAS oder ein verlorener Schlüssel führen jeweils zu charakteristischen Fehlerbildern – mit jeweils eigenem Lösungsweg. Hinzu kommt: Die CAS-Hardware wurde über die Bauzeit weiterentwickelt. Vom CAS2 der frühen Baujahre bis zum CAS3+ mit erhöhtem Schreibschutz ab etwa 2008 unterscheiden sich die Verfahren erheblich. Die korrekte Identifikation der verbauten Variante ist deshalb der erste und wichtigste Schritt jeder Reparatur.
Über die Bauzeit des E90 hat BMW drei CAS-Ausführungen verbaut. Sie unterscheiden sich im Speicheraufbau und vor allem im Schreibschutz. Welche Variante in Ihrem Fahrzeug sitzt, bestimmt das gesamte weitere Vorgehen.
Erste CAS-Generation im E90. Das Car Access System übernimmt Zündung, Zugang und Wegfahrsperre. Die kryptografische Bindung zum DME/DDE erfolgt über die ISN (Individual Serial Number).
CAS2 lässt sich mit ISTA und AVDI über den Diagnosebus auslesen. Die ISN kann aus dem DME/DDE gelesen und mit dem CAS abgeglichen werden. Schlüsselanlernung und ISN-Matching sind hier mit etabliertem Verfahren durchführbar.
Weiterentwickelte CAS-Variante mit veränderter Speicherorganisation. Das Verfahren zur ISN-Auslese und Schlüsselanlernung bleibt im Grundsatz wie bei CAS2, der EEPROM-Aufbau unterscheidet sich jedoch.
Bei CAS3 ist die genaue Identifikation der Hardware-Revision entscheidend. Ein falsch zugeordnetes Verfahren kann das Modul in einen Fehlerzustand bringen. Wir lesen vor jedem Eingriff den exakten CAS-Typ aus.
CAS3+ mit deutlich erhöhtem Schreibschutz. BMW hat den direkten EEPROM-Zugriff erschwert, um Manipulation zu unterbinden. Die ISN-Verarbeitung erfordert hier spezielle, abgesicherte Verfahren.
CAS3+ ab Werk (oft erkennbar an der Teilenummer und Hardware-Revision) verlangt ein angepasstes Vorgehen beim Schreiben. Ein unbedachter Schreibvorgang mit einem für CAS3 gedachten Verfahren kann das Modul sperren. Wir setzen ausschließlich das für CAS3+ freigegebene Verfahren ein.
Aus der Arbeit am E90 kennen wir die wiederkehrenden Muster. Jedes Fehlerbild hat eine charakteristische Kombination aus Symptom, technischer Ursache und einem klaren Diagnosepfad. Diese Systematik schützt davor, intakte Steuergeräte vorschnell auszutauschen.
Symptom: Motor dreht beim Anlassen, springt aber nicht an. Im Display erscheint teils eine Wegfahrsperren- oder Startverhinderungsmeldung. Der Schlüssel wird erkannt, der Start bleibt jedoch verwehrt.
Ursache: Das neue oder gebrauchte Motorsteuergerät (DME beim Benziner, DDE beim Diesel) trägt eine andere ISN als das CAS. CAS und Motor-SG "kennen sich nicht" – die kryptografische Challenge-Response zwischen beiden scheitert.
Diagnosepfad: ISN aus CAS und DME/DDE separat auslesen und vergleichen. Stimmen die Werte nicht überein, wird die ISN des einen Steuergeräts in das andere übertragen. Bei einem gebrauchten DME ist die Inbetriebnahme mit ISN-Angleich an das vorhandene CAS der saubere Weg.
Symptom: Keiner der vorhandenen Schlüssel wird mehr erkannt. Häufig bleibt das Kombiinstrument dunkel oder das Fahrzeug reagiert beim Einstecken/Drücken des Schlüssels nicht. Teils sporadischer Ausfall vor dem Totalausfall.
Ursache: Interner Defekt des Car Access System – etwa durch kalte Lötstellen, Spannungsspitzen oder einen beschädigten EEPROM-Bereich. Das CAS ist die zentrale Authentifizierungsinstanz; fällt es aus, fehlt die Schlüsselfreigabe vollständig.
Diagnosepfad: Spannungsversorgung und Busanbindung des CAS prüfen. Lässt sich das CAS nicht mehr ansprechen, werden die hinterlegten Daten – sofern lesbar – gesichert. Ein Austausch-CAS wird mit der vorhandenen ISN und den Schlüsseldaten in Betrieb genommen, sodass die bestehenden Schlüssel weiterarbeiten.
Symptom: Ein zusätzlicher Schlüssel wird benötigt, oder nach einem Schlüsselverlust soll aus Sicherheitsgründen der verlorene Schlüssel deaktiviert werden, damit er das Fahrzeug nicht mehr startet.
Ursache: Das CAS verwaltet die Schlüsselplätze des E90. Beim Anlernen wird ein neuer Transponder in einen freien Schlüsselplatz geschrieben; beim Löschen wird der betreffende Platz gesperrt, sodass der verlorene Schlüssel keine Freigabe mehr erhält.
Diagnosepfad: Belegte und freie Schlüsselplätze im CAS auslesen. Neuen Schlüssel anlernen bzw. einzelne Schlüssel gezielt deaktivieren. Nach jedem Eingriff prüfen wir, dass alle gewünschten Schlüssel zuverlässig starten und der gelöschte Schlüssel keine Reaktion mehr auslöst.
Symptom: Die Zentralverriegelung reagiert nicht oder nur sporadisch auf die Funkfernbedienung, oder der Komfortzugang (schlüsselloses Öffnen/Starten) arbeitet unzuverlässig. Der mechanische Notschlüssel öffnet weiterhin.
Ursache: Schwache Schlüsselbatterie, gestörte Funkstrecke, ein Antennen- oder Empfängerproblem im Fahrzeug oder eine desynchronisierte Funk-Rollingcode-Zählung. Die Wegfahrsperre selbst kann dabei intakt sein – betroffen ist nur der Funk-/Komfortteil.
Diagnosepfad: Funk- und Komfortzugangsfunktion vom eigentlichen Wegfahrsperren-Transponder getrennt betrachten. Schlüsselbatterie, Empfänger und Antennen prüfen, Funk-Synchronisierung wiederherstellen. So grenzen wir ein, ob ein Schlüssel-, Empfänger- oder CAS-seitiges Thema vorliegt.
Symptom: Standardverfahren für die Schlüsselanlernung oder das ISN-Matching greifen nicht oder werden vom Modul abgewiesen. Das Fahrzeug stammt aus dem Facelift-Zeitraum ab 2008.
Ursache: Ab Werk verbaute CAS3+-Module besitzen einen verschärften Schreibschutz gegen direkten EEPROM-Zugriff. Ein für CAS2/CAS3 gedachtes Verfahren passt hier nicht und kann das Modul in einen gesperrten Zustand versetzen.
Diagnosepfad: Vor jedem Schreibvorgang die exakte CAS-Hardware-Revision identifizieren. Bei CAS3+ kommt ausschließlich das dafür freigegebene, abgesicherte Verfahren zum Einsatz. So lassen sich Schlüssel und ISN auch bei den jüngeren E90 zuverlässig verarbeiten.
Das ISN-Matching ist der Kern jeder Wegfahrsperren-Reparatur am E90, sobald ein Steuergerät getauscht wurde. Ohne korrekte ISN-Bindung verweigert der Motor den Start – selbst dann, wenn der Schlüssel einwandfrei erkannt wird.
Die ISN (Individual Serial Number) ist ein gemeinsamer Schlüsselwert, der sowohl im CAS als auch im DME/DDE gespeichert ist. Beim Startversuch sendet das CAS eine Challenge an das Motorsteuergerät. Das DME/DDE antwortet mit einem kryptografisch aus der gemeinsamen ISN abgeleiteten Wert. Stimmt diese Antwort nicht, bleibt die Wegfahrsperre aktiv und der Motor erhält keine Freigabe.
Beim E90 lesen wir die ISN aus beiden Steuergeräten aus und vergleichen sie. Ist ein neues oder gebrauchtes DME/DDE verbaut, wird die ISN angeglichen: Bei einem Gebraucht-DME ist die saubere Inbetriebnahme der Weg, bei dem das Motorsteuergerät auf die ISN des vorhandenen CAS gebracht wird. Bei einem getauschten CAS wird umgekehrt die ISN des bestehenden Motor-SG übernommen.
CAS2 und CAS3 erlauben das Auslesen über den Diagnosebus mit ISTA und AVDI. Beim CAS3+ ab etwa 2008 ist der direkte Zugriff durch den verschärften Schreibschutz erschwert – hier kommt das dafür freigegebene, abgesicherte Verfahren zum Einsatz. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge und die korrekte Identifikation der Hardware: Ein unbedachter Schreibvorgang mit dem falschen Verfahren kann ein Steuergerät sperren. Genau deshalb steht bei uns die Systemidentifikation immer am Anfang.
Die Baureihe umfasst vier Karosserieformen. Sie teilen sich das CAS-Konzept, unterscheiden sich aber in Bauzeit und verbauter CAS-Variante. Für jede Variante setzen wir das passende Verfahren ein.
Für die Arbeit an der E90-Wegfahrsperre setzen wir zwei sich ergänzende Systeme ein – die BMW-Herstellerdiagnose und ein spezialisiertes Werkzeug für den tiefen Zugriff.
Die offizielle BMW-Diagnose- und Programmiersoftware. Beim E90 ermöglicht ISTA die Schlüsselprogrammierung, die Codierung der Steuergeräte und Software-Anpassungen nach Herstellervorgabe – auf demselben Niveau wie in der BMW-Niederlassung.
Ergänzt ISTA um Funktionen für den tiefen Zugriff: ISN-Auslesen aus CAS und DME/DDE, EEPROM-Zugriff auf das CAS sowie Schlüsselprogrammierung in besonderen Fällen – auch bei den schreibgeschützten CAS3+-Modulen.
Arbeiten an der Wegfahrsperre berühren den Diebstahlschutz Ihres Fahrzeugs. Aus diesem Grund führen wir Eingriffe ausschließlich nach Vorlage eines Eigentumsnachweises durch – Fahrzeugschein und ein Personaldokument. Das schützt Sie als Eigentümer und ist für uns verbindlicher Standard. Anschließend folgt ein klar gegliederter Ablauf:
Wir nehmen Fahrzeugschein, Personaldokument und – falls vorhanden – alle Schlüssel auf. Arbeiten an der Wegfahrsperre führen wir ausschließlich nach Vorlage eines Eigentumsnachweises durch.
Auslesen der exakten CAS-Variante (CAS2, CAS3 oder CAS3+) und des Motorsteuergeräts. Erst die korrekte Identifikation legt das passende Verfahren fest.
Wir nennen Ihnen den konkreten Befund und den abzusehenden Aufwand. Sie entscheiden auf Basis einer klaren Faktenlage, nicht auf Verdacht.
Durchführung von ISN-Abgleich, Steuergeräte-Inbetriebnahme oder Schlüsselanlernung mit ISTA und AVDI nach dem für die CAS-Variante freigegebenen Verfahren.
Abschließend prüfen wir jeden gewünschten Schlüssel auf zuverlässigen Start und stellen sicher, dass gelöschte Schlüssel keine Freigabe mehr erhalten.
60 BMW-Fahrzeuge · 113 Aufträge
2025 hat KFZ Dietrich 60 BMW-Fahrzeuge betreut (113 Aufträge) – der 3er ist die häufigste BMW-Baureihe bei uns. Diese Erfahrung mit den CAS-Systemen kommt jeder E90-Diagnose unmittelbar zugute.
Weil das neue Motorsteuergerät eine andere ISN trägt als das CAS. Die kryptografische Bindung zwischen CAS und DME/DDE passt nicht mehr – der Motor erhält keine Freigabe. Mit einem ISN-Matching gleichen wir beide Steuergeräte wieder ab. Bei einem gebrauchten DME nehmen wir es mit der ISN des vorhandenen CAS in Betrieb.
Ja. Das CAS des E90 verwaltet mehrere Schlüsselplätze. Wir lesen die belegten und freien Plätze aus und lernen einen zusätzlichen Schlüssel an. Geht ein Schlüssel verloren, deaktivieren wir den betroffenen Platz, damit der verlorene Schlüssel das Fahrzeug nicht mehr startet.
CAS3+ besitzt einen verschärften Schreibschutz gegen direkten EEPROM-Zugriff. Verfahren, die für CAS2 oder CAS3 gedacht sind, passen hier nicht und können das Modul sperren. Wir identifizieren vor jedem Eingriff die exakte CAS-Variante und setzen beim CAS3+ ausschließlich das dafür freigegebene Verfahren ein.
Wir arbeiten mit ISTA, der BMW-Herstellerdiagnose, für die offizielle Schlüsselprogrammierung und Codierung – ergänzt durch AVDI für das ISN-Auslesen, den CAS-EEPROM-Zugriff und die Schlüsselprogrammierung bei besonderen Fällen. Beide Systeme ergänzen sich für eine saubere Arbeit am E90.
Teilen Sie uns Motorisierung, Baujahr und das Symptom mit. Wir klären vorab, welche CAS-Variante verbaut ist und welcher Aufwand entsteht. Telefon: 05505 5236.
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